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Die Erbschaft eines überschuldeten Nachlasses kann unter bestimmten Umständen angefochten werden, wenn die sechswöchige Frist zur Ausschlagung versäumt wurde

Der Erbe hatte die sechswöchige Frist zur Ausschlagung der Erbschaft zunächst verstreichen lassen. Damit galt die Erbschaft gemäß § 1943 BGB als angenommen. Danach erklärte der Erbe die Anfechtung der Annahme der Erbschaft wegen Irrtums. Er habe nicht gewusst, dass der Nachlass überschuldet sei.

Laut OLG Köln (2 Wx 109/17) erlaubte der Irrtum über die Überschuldung des Erbes die Anfechtung gem. § 119 Abs. 2 BGB, weil falsche Vorstellungen hinsichtlich der Zusammensetzung des Erbes bestanden haben. Der Erbe habe zunächst gewusst, dass die Erblasserin vor ihrem Tod eine Abfindung i.H.v. rund 100.000 Euro erhalten habe. Ferner, dass ein Konto kurz vor dem Tod ein Guthaben von ca. 60.000 Euro ausgewiesen habe.

Daher habe er erwarten dürfen, dass der Nachlass werthaltig sei. Da Bemühungen, von dem Ehemann der Erblasserin Auskünfte über den Verbleib des Geldes zu erhalten, erfolglos gewesen seien, ferner eine an ihn adressierte Krankenhausrechnung über die Behandlung der Erblasserin eingegangen sei, habe er die Annahme der Erbschaft anfechten können.

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